Von Wanderführer Alex

Herbstzeit ist bekanntlich Wanderzeit. Insbesondere dann, wenn die Blätter in herrlichem Bunt erstrahlen und die Sonne golden glänzt, treibt es die Menschen in die Berge rund um das Übergossene Alm Resort. So auch mich!
Seitdem ich als kleiner Junge mit meinem Opa wandern war, gehört ein Wanderstab für mich dabei als Begleiter über Stock und Stein einfach dazu. Auch aus praktischen Gründen, aber vielmehr natürlich noch aus nostalgischen. Der Stab von meinem Opa war aus Wurzelholz, handgeschnitzt und mit vielen kleinen Plaketten verziert. Die hat er hier und da mitgenommen, wenn ihm ein Ort besonders gut gefallen hat und dann mit winzig kleinen Nägeln sorgfältig am Stock befestigt.

Mir hat mein Opa damals einen kleinen Stock geschenkt, der war auch aus Holz, oben zu einem Griff gebogen und unten mit einer kleinen Metallspitze versehen. Leider fiel dieser Stab einem Fechtkampf mit einem Freund zum Opfer. Dafür war er dann wohl doch nicht geschaffen. Da für mich zum Wandern aber nun einmal ein Stab dazugehört, möchte ich euch heute zeigen, wie man sich selber einen schnitzen kann. Denn die modernen Alustecken, die es zu kaufen gibt, haben einfach nicht den gleichen Charme.

Folgende Fragen müssen im Vorfeld beachtet werden:

  • Wie macht man einen Wanderstab selbst?
  • Aus welchem Holz soll ein Wanderstab sein?
  • Wie lange soll ein Wanderstab sein?
  • Wofür benötigt man einen Wanderstab?
  • Wie kann man einen Wanderstab verzieren?

Anleitung

  1. Zuerst einmal müssen wir ein geeignetes Stück Holz finden, aus dem wir den Stock schnitzen können. Rund um unsere Übergossene Alm kein Problem! Die Wahl sollte auf einen möglichst gerade gewachsenen Stock fallen, mit einem Durchmesser von etwa 5 cm, der mindestens bis zur Achsel reicht. Harthölzer bieten sich hervorragend an, aber auch Ahorn, Erle, Kirsche oder Espe. Und der Stab darf natürlich nicht von einem lebenden Baum stammen, aber auch noch nicht morsch sein.
     
  2. Wenn wir unser passendes Stück Holz gefunden haben, schneiden wir den Stock auf die gewünschte Länge zu. Dazu stellen wir den Stab auf den Boden und halten ihn mit bequem angewinkeltem Ellenbogen fest. 5 cm über der Hand setzen wir die Markierung für die Säge. Das ist dann was für einen Profi – schließlich brauchen wir unsere Finger noch!
     
  3. Dann entfernen wir Zweige und Beulen und ziehen – je nach Geschmack – die Rinde auch gleich mit ab. Das funktioniert zum Beispiel mit einem Taschenmesser. ACHTUNG: In flachen Bewegungen immer vom Körper weg schnitzen!
     
  4. Nachdem der Stock nun getrocknet ist – und das kann durchaus bis zu einem Monat dauern – können wir uns an die Dekoration unseres Wanderstabes machen. Das können Schnitzereien sein, aber auch in das Holz gebrannte Motive. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt.
     
  5. Danach beizen oder versiegeln wir das Holz, damit es auch bei Wind und Wetter lange hält. Zuerst schmirgeln wir den Stab mit grobem, danach mit feinem Schleifpapier ab. Im Anschluss kann man die Beize in Schichten auftragen und jeweils über Nacht trocknen lassen. Zum Finish eine klare Urethanglasur und schon nimmt unser Wanderstab Gestalt an.
     
  6. Jetzt kann nach Belieben ein Griff befestigt werden, zum Beispiel aus Lederbändern, Schnur, Nylon oder Seil. Um den Stab gewickelt und mit kleinen Nägeln befestigt, hilft dieser dabei, dass wir später nicht abrutschen. Zum Schutz des Holzes und zum besseren Halt versehen wir das untere Ende des Stocks noch mit einer Kappe aus Kupfer oder Gummi.

Und schon kann es losgehen auf Wanderschaft. So ein selbst geschnitzter Holzstab wird unterwegs mit Sicherheit viel Beachtung finden und ist ein treuer Begleiter auf lange Zeit. Nur das mit dem Fechten, das solltet ihr vielleicht besser doch sein lassen!

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